Das Stiefmütterchen gehört zur Gattung der Veilchen innerhalb der Veilchengewächse und wird auch Ackerstiefmütterchen, Ackerveilchen, Fronsamkraut, Jesusblümchen, Phlox (bei den Römern) und fälschlich auch oft Veilchen genannt.

Das breite unterste Kronblatt bedeckt teilweise seitlich die Töchter und wird daher "Stiefmutter" genannt, als weiteres Merkmal besitzen die Stiefmütterchen große Nebenblätter. Die Inhaltsstoffe des Stiefmütterchens sind 0,2% Flavonoide mit dem Höchstkomponent Rutin, (höchster Anteil in den Blüten), im Kraut freie Aglykone, Glykoside, Glykosylverbindungen, ca.10% Schleimstoffe, sehr wenig ätherische Öle, Benzoesäurederivate, Vanillinsäure, Gentinsäure, Salicin und Phenylpropansäuren. Das Stiefmütterchen ist das Symbol der "Freidenker" in Östereich und Frankreich und stand schon im Mittelalter für humanistische Gedanken. Auch das Stadtsymbol der Stadt Osaka in Japan ziert dieses Symbol. Das wilde Stiefmütterchen war sehr wohl schon im Altertum bekannt wurde aber nicht als Heilpflanze genutzt. In den Kräuterbüchern ab dem 16. Jhdt wurde die Pflanze erstmals gegen Hautkrankheiten empfohlen.

Tee - äußerlich; 1,5g des Krautes mit 1 Tasse heissem Wasser übergießen und 3 mal tägl die betroffenen Hautstellen damit auswaschen. Hilft bei Milchschorf von Säuglingen und bei Hautkrankheiten.

Tee - innerlich; 1 Eßl. mit einer Tasse Wasser überbrühen und während des Tages nach den Mahlzeiten trinken. Hilft bei Husten und Halsentzündungen, bei Frühjahrkuren und Blutreinigungund bei Kopfschmerzen. Bei Überdosierung oder zu langer Anwendung kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Sirup - zum Süßen von Bowlen oder Desserts. 100g Zucker und 100ml Wasser bei schwacher Hitze zum Kochen bringen, drei Minuten köcheln lassen in ein Glas umfüllen und einige Zweiglein des Krautes dazugeben. Abkühlen lassen im verschlossenen Glas, die Kräuter herausnehmen und im Kühlschrank aufbewahren.

Honig - 70g Stiefmütterchenblüten mit 1l kochendem Wasser überbrühen, dann ca 400g Honig mit dem Aufguss mischen und das Ganze dann mit dem Saft zweier Zitronen abschmecken. Hilft gegen Husten und Heiserkeit.

Blüten verzuckern - eine Blüte mit der Pinzette halten (eignen sich auch Rosen oder Veilchenblüten) und ganz vorsichtig mit dünn geschlagenem Eiweiß bepinseln, dabei das überschüssige Eiweiß immer wieder abtropfen lassen. Dann mit sehr feinem Kristallzucker (evtl. Kristallzucker einmal reiben,Staubzucker eignet sich nicht!) bestreuen und wieder abschütteln. Wichtig ist dass jeder Teil der Blüte mit Zucker bedeckt ist. Im vorgeheizten Backrohr (50Grad) die Zuckerhülle trocknen lassen, Backrohr einen Spalt offen lassen! Das Verzuckern von Blüten erfordert einiges an Übung und Geduld, aber die Blüten halten sich zwischen Pergamentpapier eingelegt und luftdicht verschlossen ein paar Tage und sind schön auf Desserts und Kuchen.